Betroffene berichten – Lea schreibt „Hilfe, ich habe einen Schaden“

Lea ist ein Teenager mit einer Plexusparese. Für das Projekt „Zeitung in der Schule“ hat sie einen Artikel über die Plexusparese geschrieben. Lea hat uns der Artikel zur Verfügung gestellt.

Ich persönlich empfinde die Plexusparese nicht als „Schaden“, aber ich habe ja auch „nur“ eine leichte Form der Plexusparese. Es gibt ja schließlich auch Kinder und Erwachsene, die das betroffene Körperteil wenig bis gar nicht bewegen können.
 
Ich kann den anderen Kindern und Eltern nur raten, sich Hilfe holen und auf jeden Fall mal (von einem Facharzt)  drüber gucken zu lassen und niemals aufzugeben.

Lea

Hilfe, ich habe einen Schaden! 
Das Leben mit Armplexuslähmung

Von Lea … Klasse 9
Sie können Lea über info@plexuskinder.de erreichen, wir leiten die E-Mails gerne weiter

Normalerweise ist die Freude über ein Neugeborenes riesengroß. Doch was, wenn es bei der Geburt zu unerwarteten Komplikationen kommt, die das Leben des Babys für immer verändern.

Bei 0,5 – 0,8% aller Geburten kommt es zu einer Verletzung des Nervengeflechts, das Schulter und Arm versorgt. Vielen ist diese Verletzung unbekannt, die daraus entsteht: die Plexusparese. Diese kann völlig unterschiedlich schwer ausfallen: von einem Bluterguss, der auf die Nerven drückt, bis zur Zerreißung der Nerven ist alles möglich. Dies führt dazu, dass der betroffene Arm teilweise beziehungsweise ganz gelähmt ist.

Bei den einfacheren Formen kann durch Physiotherapie oft eine fast
vollständige Heilung erreicht werden. Bei schwereren Formen kann mit Physiotherapie und verschiedenen Operationen die Lähmung gut behandelt werden. Trotzdem behalten die Betroffenen oft Bewegungseinschränkungen zurück, die sich im Alltag bemerkbar machen. Durch das veränderte Bewegungsmuster stellen sich oft auch noch Rückenprobleme ein. Auch die Suche nach Ärzten und Physiotherapeuten gestaltet sich oft schwierig.

Da ich selbst betroffen bin, ist es für mich zum Beispiel schwierig an den Hinterkopf zu fassen oder mit dem betroffenen Arm einen Löffel Suppe zum Mund zu führen, ohne etwas zu verschütten. Auch beim Schreiben an der Tafel muss ich mit der linken Hand den rechten „Plexusarm“ unterstützen.

Betroffene und ihre Familien stehen oft noch vor größeren Herausforderungen, wenn es um die Wahl eines Hobbys oder die Berufswahl geht, denn nicht immer kann die Lieblingssportart oder der ersehnte Beruf wegen der Bewegungseinschränkungen ausgeübt werden. Dann ist seelische Unterstützung gefragt und vor allem Hilfe auf der Suche nach Alternativen.

Hilfe kann man bei verschiedenen Selbsthilfegruppen und Vereinen, wie zum Beispiel bei Plexuskinder e.V., finden. Dort findet man Informationen, Ratschläge, Unterstützung für Menschen mit einer Plexusparese und es findet ein Austausch der Betroffenen und deren Angehörigen statt.

Den Verein Plexuskinder e.V. kann man unter www.plexuskinder.de im Internet finden.


Die Herbie Kinderbücher sind sehr gut geeignet, um das Umfeld über die Plexusparese und ihre Folgen aufzuklären.