Plexuskind Steffen Lehmker ist Teil des Team Deutschland Paralympics @teamdeutschlandparalympics in Milano Cortina. Steffen (Para Ski nordisch) startet für den WSV Clausthal-Zellerfeld.
Vom 6. bis zum 15. März 2026 finden die Paralympischen Winterspiele in Milano Cortina mit Wettkämpfen im Para Ski alpin, Para Eishockey, Para Biathlon, Para Skilanglauf und Para Snowboard. Übersicht Team Deutschland Paralympics hier.
Steffens Sportliches Highlight waren die Paralympics 2018 in PyeongChang, Südkorea mit der Bronze Medaille in der Mixed Staffel 4x 2,5 km mit Andrea Eskau und Alexander Ehler.
Bei der Weltmeisterschaft 2023 in Ostersund, Schweden belegte er gemeinsam mit Anja Wicker, Alexander Ehler und Leonie Maria Walter den 3. Platz in der Langlauf Mixed-Staffel (Mixed Relay).
Steffen, Jahrgang 1989, startet in der Starterklasse LW8. Er ist Niedersachse, lebt mit seiner Familie in Bad Bevensen im Landkreis Uelzen und arbeitet als Lehrer an einer Berufsschule.

Steffen schickte diese Videobotschaft an die Teilnehmer des Jahrestreffens Plexuskinder e.V. 2018.


Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Steffen Lehmker
In 2017 haben wir ihn Steffen Lehmker für Plexuskinder.de interviewt.
Steffen hat eine geburtstraumatische Plexusparese. Er war schon immer sehr ehrgeizig und hat viel Sport gemacht. Er hat vieles ausprobiert und als Fußballer und Marathonläufer sportliche Erfahrung gesammelt und lange nach „seiner“ Sportart gesucht.
„Wichtig ist es doch herauszufinden was man kann. Bau das auf und gib nicht auf, mess dich an dir selber so gut es geht und gehe deinen Weg.“
Seit 2016 nimmt er an nationalen und internationalen Wettkämpfen im Biathlon teil und ist Sportler im Nordic Paraski Team Deutschland.
Der Skisport war immer Teil des Familienurlaubs. Biathlon hat ihm einfach Spaß gemacht und er ist erst 2013 als „Nachwuchssportler“ in den Behindertensport eingestiegen. Alpin Ski betreibt er in der Freizeit.
Nach mehrere Operationen als Kind kann Steffen seinen betroffenen Arm gut beugen. Im Alltag hat er lediglich bei handwerklichen Dingen Probleme, die für ihn aber keine Einschränkung darstellen.
Steffen hat immer seinen Weg gesucht: „Ich konnte mit den „Normalen“ mithalten. Auch beim Sport habe ich keine Extrawurst gewollt. Handstand ging nicht, aber das ist ja nicht so tragisch.
Sein Motto vermittelt er auch seinen Schülern: „Pack es an so gut es geht, wenn nicht Frag um Hilfe.“
Steffens Eltern haben ihn ohne Zwang gefördert. „Natürlich ist das für Eltern schwer. Ich kenne es aber nicht anders. Bei uns wurde mein Arm nie als Problem gesehen und ich bin dankbar so wie es ist, und froh su gut integriert zu sein.“
„Meine Eltern wollten eigentlich, dass ich Klavier lerne, auch um die Feinmotorik zu trainieren, aber dazu hatte ich keine Lust. Seit seiner Jugend spielt er Schlagzeug und war viele Jahre in einer erfolgreichen Band. „Die sind inzwischen nach Amerika ausgewandert und recht bekannt (die Band heisst DenManTau), ich habe mich gegen die Profikarriere als Musiker und für ein bodenständigeres Leben in Deutschland entschieden.“
Er studiert Sport und Wirtschaft, auf Lehramt für die Berufsschule, seine Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Inklusion im Sportunterricht.
„Natürlich kamen für mich bei der Berufswahl, einige Berufe von Anfang an nicht in Frage. Als Berufsschullehrer war mein Handicap nie ein Problem.“
Beziehung waren für ihn nie ein Thema. „Sobald du etwas gut kannst, macht dich das selbstbewusst und dann klappt es auch eher mit den Mädels. Unser Schülerband war schon früh recht erfolgreich, wir hatte viele Auftritte und dadurch auch einen guter Draht zu Mädels. Er hat seine Jugendliebe geheiratet.
„Ich glaube jeder ist total unterschiedlich, man sollte nicht alle in eine Schublade packen. Wichtig ist es doch herauszufinden was man kann. Bau das auf und gib nicht auf, mess dich an dir selber so gut es geht und gehe deinen Weg.“