Sportler mit einer Plexusparese – CrossFit

Nathan Gagnon, CrossFit Coach

Nathan nimmt als Athlet an Wettkämpfen im CrossFit teil und arbeitet als Trainer in einer CrossFit Box in Boston. Er hat Tipps und Ratschläge für das Training mit einer Plexusparese zusammengestellt.

Nathan ist Coach bei Reebok CrossFit Back Bay in Boston, USA

Nathans Profil bei I am adaptive

Nathan Gagnon nimmt als Athlet an Wettkämpfen für eine gemeinnützige Organisation für Sportler mit einer Behinderung teil

Nathan Gagnon bei Facebook

Interview mit Nathan Gagnon: 

Plexuskinder e.V.
Viele Plexuskinder berichten uns, dass Sie viele Jahre regelmäßig und gerne zur Physiotherapie gehen und regelmäßig Sport treiben. Mit 15 oder 16 haben sie dann wenig Motivation, keinen Spaß an den Übungen oder einfach andere Dinge im Kopf. Nach ein paar Jahren steigen sie dann wieder ein, weil sie Schmerzen haben oder weil sie merken, dass die Kraft fehlt.

Wie können Menschen mit einer Plexusparese einen guten Trainer finden, der ihre besondere Situation versteht und ein Programm entwickelt, dass sinnvoll ist und Spaß macht?

Nathan
Ich würde Betroffenen raten, den Trainer ausführlich zu informieren und zu betonen, dass deine Ziele nicht sehr viel anders sind als die von anderen Kunden, die Methoden müssen nur etwas angepasst werden. Wenn der Trainer zögert, such einen anderen Trainer. Ein guter Trainer findet die Herausforderung aufregend und weiß, dass so es ein solches Meer an Übungen gibt, dass er auch etwas für dich finden wird. Jeder der zögert beschränkt sich auf Standardübungen und ist nicht offen für ein Denken außerhalb von gängigen Lösungsansätzen.  Die besten Trainer mit denen ich zusammengearbeitet habe, haben nicht gezögert mit meinem Arm zu arbeiten. Jeder der dir mit Zweifeln begegnet ist deine Zeit nicht wert.

Meine nächste Empfehlung ist, dass der Trainer nicht mit einer Methode oder Herangehensweise verheiratet sein soll. Jeder Trainer hat seine Trainingsphilosophie oder Standardmethode, aber er sollte bereit sein verschiedene Methoden und Ansätze zu finden, die mit seinem „Adaptive“ Kunden funktionieren. Menschen mit einer Plexusparese haben eine so große Vielfalt an motorischen Fähigkeiten und Einschränkungen, es gibt nicht die eine Methode, die für alle passt.
Ein guter Trainer ist bereit zu experimentieren und Übungen zu verwerfen die nicht funktionieren und zu prüfen was Ergebnisse erzielt. Das bedeutet für den Sportler, dass Geduld sehr wichtig ist. Wenn du merkst, dass dein Trainer der Richtige für dich ist, musst du ihnen Zeit geben das richtige Rezept zu finden. Das trifft auf alle Sportler zu, aber ganz besonders für Sportler mit einer Plexusparese, da die Fortschritte sehr langsam sind und in kleinen Schritten stattfinden. Dies ist ein langer Prozess der nicht über Nacht passiert, also erwarte keine schnellen Ergebnisse und gib nicht auf wenn du nach einer Woche keine Ergebnisse siehst.
Es ist schwierig bestimmte Bewegungen zu empfehlen, da die Vielfalt der Einschränkungen und Fähigkeiten bei einer Plexusparese so groß sind. Ich würde das Training mit Hanteln und Kugelhanteln empfehlen. Sie erlauben dir, die Arme einzeln zu trainieren, so dass man sich nicht auf die dominate Seite verlassen kann. Sie ermöglichen dir eine Vielzahl von Bewegungsabläufen und -ebenen. Dies ist mit Trainingsmaschinen nicht möglich und sehr wichtig, um die Bewegungsfreiheit zu  erweiterten und ist unerlässlich um die kleinen stabilisierenden Muskeln zu trainieren, die bei einem Sportler mit einer Plexusparese oft beeinträchtigt sind.
Als letztes würde ich sagen, das Etwas besser ist als Nichts. Wenn du dich bewegst und dich anstrengst bist du besser dran, als wenn du zulässt, dass sich die Muskeln abbauen. Wenn du eine Nervenverletzung auf einer Seite deines Körpers hast, hast du vielleicht nicht die besten Voraussetzungen für Wettbewerbserfolge im körperlichen Bereich, aber du kannst immer persönliche Erfolge erreichen, indem du dich von Tag zu Tag verbesserst.
Plexuskinder e.V.: 
Was würdest du Eltern von einem Plexuskind raten?
Wenn ich zurückblicke, und dies ist mir sehr wichtig, habe ich nicht gewusst, dass ich anders bin und mit nicht als anders empfunden. Ich wurde nicht entmutigt eine Sportart auszuprobieren oder irgendetwas wegen meinem Arm nicht zu tun. Wenn ein Kind einen Sport machen will, lasst es das ausprobieren. Wenn es nicht klappt, ist das eine wichtige Lektion für Leben, genauso wie es für jedes andere Kind eine Lektion fürs Leben ist.  Um so mehr Einsatz und um so mehr Bewegung um so besser. Das trifft auf alle Menschen zu, Plexusparese oder nicht.