Sportler mit einer Plexusparese – Schwimmen

Nick schwimmt wie ein Fisch – Ein Plexuskind und der Schwimmsport

„ Als Nick die Seepferdchen-Schwimmprüfung bestanden hat waren wir so stolz“ erzählt seine Mutter, Simone, strahlend.  In den letzten Jahren stand er schon viele Male bei Schwimmwettkämpfen auf dem Siegertreppchen ganz oben und die Jugendschwimmabzeichen Bronze und Silber und Gold hat er schnell mal nebenbei gemacht“.  Er schwimmt im Leistungskader und hat in seiner Altersstufe gute Erfolge.

Nicks Erfolge beim Schwimmen sind etwas Besonders, denn er kann nur mit dem linken Arm die Schwimmbewegungen durchführen, sein rechter Arm ist teilweise gelähmt. Simone will gemeinsam mit Nick anderen betroffenen Familien von Nicks Leistungen beim Schwimmern erzählen und ihnen Mut machen, die Kinder zu unterstützen. In einem Interview mit Plexuskinder e.V. erzählt sie von Nicks Schwimmlaufbahn.

Wann hat Nick angefangen zu schwimmen?

Nick hat etwas länger gebraucht, um sich mit dem Schwimmsport anzufreunden. Das Seepferdchen schaffte er erst mit sieben Jahren, die meisten Kinder in seinem Schwimmkurs waren erst fünf oder sechs Jahre alt. Nach den Anfangsschwierigkeiten fand er schnell Spaß am Schwimmen. Wir wollten ihn dabei unterstützen.

Wie ging es dann weiter? 

Wir haben Kontakt zur örtlichen Behindertensportgruppe aufgenommen. Über die Gruppe kam dann der Kontakt zum Behinderten-Sportverband NRW. Der Nachwuchsbeauftragte für den Schwimmsport, hat sich Nick bei einem Sichtungstraining angesehen. Wir bekamen dann Rückmeldungen was Nick gut kann und was noch verfeinert werden soll und Tipps für seine Trainer zu Hause.

Nick trainiert weiter in der Behindertensportgruppe vor Ort und wird regelmäßig zu Wettkämpfen und Trainingseinheiten eingeladen. Im Behindertensport wird durch ein funktionales Klassifizierungssystem versucht, die verschiedenen Handicaps miteinander zu vergleichen. Durch seine Klassifizierung wird Nick dann neunter, bei einer offenen Gruppe wäre er auf Platz 35. Das macht einen großen Unterschied beim Selbstbewusstsein. Nick soll im Rahmen seiner Möglichkeiten seine Leistungen bringen. Vor allem soll es ihm Spaß machen.

Wie hat Nick den Kontakt zu anderen Menschen mit Behinderungen erlebt?

Bei einem Wettkampf sagte Nick zu mir: „ Mama guck mal, die hat gar keine Beine und schwimmt trotzdem, wie toll“. Es tut Nick gut, andere Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu erleben. Wir schätzen den herzlichen Umgang in der Gruppe sehr.

Was macht Nick beim Schwimmen anders als andere Kinder?

Nick hat einen anderen Bewegungsablauf, ich könnte das gar nicht nachmachen.

Wie hat sich der Erfolg beim Schwimmen auf Nick ausgewirkt?

Nicks älterer Bruder ist erfolgreich beim Sport und Nick wollte endlich auch in etwas gut sein. Durch den Schwimmsport hat er seine Nische gefunden und bekommt Anerkennung, auch von seinem Bruder und dessen Freunden. Die schaffen das nicht! Selbst Nicks Papa ist beim Brustschwimmen langsamer als Nick beim Rückenschwimmen. Auch körperlich hat sich Nick durch den Schwimmsport sehr positiv entwickelt. Seine körperliche Statur hat sich sehr verändert. Er hat jetzt einen muskulösen Oberkörper und breitere Schultern. Früher waren die Brustmuskeln auf der betroffenen Seite sehr schwach, heute sieht man kaum noch einen Unterschied. Diese gesundheitlichen Effekte nehmen wir gerne mit!

Wie sieht Nicks Schwimmtraining aus?

Er schwimmt 2 -3 Stunden die Woche. Da geht es schon los mit einer Menge Bahnen einschwimmen. Das könnte ich nicht, da wäre ich danach tot!.

Was raten Sie anderen Eltern von Plexuskindern?

Hartnäckig bleiben, über Umwege gehen und vor allem den Kontakt zu anderen Betroffenen suchen.